Bahnbrechende Erfindungen oder erschwingliche Exzellenz?

Am 2. Juli 2021 organisierte die Johanna-Quandt-Stiftung anlässlich des Johanna-Ouandt-Wirtschaftsstipendiums 2021 eine Paneldiskussion mit dem Titel “Von bahnbrechenden Erfindungen und erschwinglicher Exzellenz – unterschiedliche Innovationsansätze im Dialog” und der Beteiligung des CFI. Die Diskussion fand in der Form eines Auftaktpanels für die zwei-tägige Präsenzveranstaltung in Bad Homburg mit geladenen Gästen statt. Diskutanten waren Frau Barbara Diehl (SprinD GmbH – Bundesagentur für Sprunginnovationen) und Dr. Rajnish Tiwari (Center for Frugal Innovation der Technischen Universität Hamburg, und Hochschule Fresenius, Hamburg). Die beiden Diskutanten betonten, dass es keinen inhärenten Widerspruch zwischen bahnbrechenden Erfindungen und frugalen Innovationen geben muss. Damit kann eine innovative Lösung durchaus gleichzeitig frugal und bahnbrechend sein. Denke man in etwa an die vielen Lösungen im Gesundheitsbereich (siehe beispielsweise den Vortrag von Dr. Shyam Vasudeva Rao [ab Minute 09:31] oder diesen Bericht der New York Times über iBreastExam für die Früherkennung von Brustkrebs).

In seinem Impulsvortrag unter dem Motto Living in a frugal “AGE” hebte Dr. Tiwari hervor, dass ökologisch nachhaltige und ökonomisch erschwingliche hochwertige Lösungen in den kommenden Jahren unerlässlich sind und damit den Imperativ frugaler Innovation bilden. Er verwendet das Akronym AGE für “Affordable Green Excellence”, die z.B. durch die digitale Transformation ermöglicht wird.

Den Kern seines Vortrages bildeten die Ergebnisse des am Institut laufenden ERASMUS+ Projektes “Envisioning the Future of teaching and coaching for creativity, innovation and entrepreneurship” (Förderkennzeichen: 612537-EPP-1-2019-1-SI-EPPKA2-KA). Denn die erzielten Erkenntnisse scheinen auch das bahnbrechende Potenzial frugaler Innovation zu besitzen.

Empirische Untersuchungen aus diesem Projekt, die auf Literaturanalysen, Experteninterviews und mehreren Workshops basieren,zeigen, dass die digitale Transformation ein immenses, nahezu disruptives Potenzial für die Förderung der Kreativität, Innovation und Entrepreneurship besitzt, indem sie lebenslanges Lernen (Reskilling und Upskilling) in ressourcenschonender Weise, insbesondere was Zeit, Aufwand und Kosten anbelangt, ermöglicht. Lernende können sich neue Kompetenzen maßgescheinedert nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen (“anytime, anywhere education”) aneigenen. Damit wird ein besonderer Bezug zur “affordable green excellence” hergestellt. Die Ergebnisse wurden später detaillerter auf der R&D Management Coneference 2021 vorgestellt.

C2C LAB Talk: Tim Janßen trifft Prof. Dr. Cornelius Herstatt

Prof. Dr. Dr. h.c. Cornelius Herstatt ist ein international tätiger Innovationsforscher und Professor für Innovationsmanagement an der TU Hamburg. In seiner Forschung beschäftigt er sich unter anderem mit frugaler Innovation, also vereinfachten und anwendungsorientierten Lösungen, sowie Innovation in alternden Gesellschaften.

Mit Tim Janßen, Mitgründer und geschäftsführender Vorstand Cradle to Cradle NGO, unterhält sich Cornelius Herstatt am Donnerstag, den 20. August, ab 19 Uhr darüber, welche Parallelen sich zwischen Cradle to Cradle und frugaler Innovation ziehen lassen und wie diese Ansätze nach Corona dazu beitragen können, weltweit neue, ökologische Geschäftsmodelle und grünes Wachstum entstehen zu lassen.

Der LAB Talk ist ein digitales Format der spendenfinanzierten und gemeinnützigen Cradle to Cradle NGO.
Darin beleuchten Nora Sophie Griefahn und Tim Janßen im Wechsel mit einem Gast aus Wirtschaft, Politik, Kunst und Kultur sowie der Zivilgesellschaft Cradle to Cradle aus verschiedenen Perspektiven.

Live auf: YoutubeFacebookTwitter und unserer Webseite

Continue reading

Einladung zum Workshop “Potenziale frugaler Innovationen für Österreich” in Wien

Rat für Forschung und TechnologieentwicklungDer Rat für Forschung und Technologieentwicklung und die TU Hamburg (Center for Frugal Innovation) laden zu einem Workshop zum Thema “Potenziale frugaler Innovationen für Österreich” am 17. April 2018 (10-13 Uhr) in Wien ein.

Im Rahmen des Workshops werden die Zwischenergebnisse der laufenden Studie vorgestellt. Des Weiteren wird mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die (wirtschaftliche) Relevanz frugaler Innovationen in kleinem Kreis diskutiert. Ein besonderer Fokus der Studie liegt auf der nachhaltigen Sicherung der globalen Wettbewerbsfähigkeitcropped-CFI_Signet_E_CMYK_print1.jpg österreichischer Unternehmen (insbesondere KMU).

Im Vordergrund steht dabei auch die Frage, ob innovationspolitischer Handlungsbedarf in Österreich besteht und welche Maßnahmen Unternehmen dabei unterstützen könnten, frugale Innovationen in ihr Produktportfolio aufzunehmen und erfolgreich zu kommerzialisieren.Der Workshop findet in Kooperation mit der corporAID Plattform statt.

Veranstaltungsort: Büro des Rats für Forschung und Technologieentwicklung, Pestalozzigasse 4/D1

Bei Interesse melden Sie sich bitte per Email (g.reitschuler@rat-fte.at) bis zum 10. April 2018 an. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt.

Weitere Details entnehmen Sie bitte diesem PDF-Dokument.

Kooperationspartner:

corporAID Plattform

CFI untersucht potenzielle relevanz frugaler Innovationen für Österreich

Austrian CouncilDer österreichische Rat für Forschung und Technologieentwicklung (Austrian Council for Research and Technology Development) hat ein Forschungsvorhaben initiiert, um gemeinsam mit dem Center for Frugal Innovation der Technischen Universität Hamburg die potenzielle gesellschaftspolitische Relevanz und Bedeutung frugaler Innovationen für Österreich zu untersuchen. Ein besonderer Fokus der Studie liegt auf der nachhaltigen Sicherung der globalen Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen (insbesondere KMU). Im Mittelpunkt der Studie stehen die folgenden Fragestellungen:

Continue reading

Neue Publikation – “Potenziale frugaler Innovationen: Handlungsimplikationen für das deutsche Forschungs- und Innovationssystem”

Working_Paper_99_CoverIn Deutschland ist ein Trend hin zu mehr Frugalität und folglich zu frugalen Innovationen erkennbar. Dieser Trend wird maßgeblich getrieben von der zunehmenden Bedeutung von Wachstumsmärkten in Schwellenländern, der Einkommensentwicklung in der hiesigen Gesellschaft sowie dem sich wandelnden Werteverständnis – besonders dem hohen Umweltbewusstsein und der Wahl moderater Lebensstile durch viele (insbesondere junge) Leute. Auch die demographische Entwicklung („alternde Gesellschaft“) scheint die Nachfrage nach benutzerfreundlichen, weniger komplexen und zugleich erschwinglichen Lösungen zu steigern. Die vorliegende Studie von Katharina Kalogerakis, Rajnish Tiwari und Luise Fischer setzt sich mit den politischen Handlungsimplikationen dieses Phänomens für das deutsche Forschungs- und Innovationssystem auseinander.

Continue reading